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[Teil 2] Ein Leben für den Fußball

Nachdem ich meine ersten Juniorenspiele absolviert hatte, die ich, anders als das heute der Fall ist, noch in einem monatlich erscheinenden Ansetzungsheft zugestellt bekam, bekam ich an einem Freitagabend einen Anruf. "Hey Max, hier ist Niko, ich bin auch Schiedsrichter bei deinem Verein. Bei mir hat morgen ein Assistent abgesagt, würdest du mitkommen?" - Stille. Schlucken. "Na klar, ich freue mich." Und ich freute mich wirklich sehr, aber die Aufregung verschlug mir kurz die Sprache. Ein A-Jugend Bezirksligaspiel. Um Gottes Willen, in der Liga spielte ich selbst noch nicht. Und, es war kein Kreisspiel, das niemanden interessierte. Aber stolz war ich auch. Dass man an mich als erstes dachte. (Was, wie ich im Nachhinein erfuhr, daran lag, dass keiner sonst Zeit hatte)
So packte ich meine Sachen, die Trikots, die ich geschenkt bekommen hatte, und wartete am nächsten Morgen am Abfahrtsort. Zum ersten Mal war ich in einem echten Kollektiv unterwegs. Zum ersten Mal stand…
"[...] Natürlich muss Politik flexibel reagieren, sie muss Fehleinschätzungen korrigieren. Aber wenn Politik allein aus der Gegenwart heraus gemacht wird, wenn sie ohne die Vorstellung auskommt, wie man in zwanzig, in fünfzig Jahren leben will, wenn sie nicht vom Willen beseelt ist, den eigenen Kindern und Engeln eine bessere Welt zu hinterlassen, dann wird sie richtungslos.  Dann entscheidet sie sich heute für dies, morgen für das Gegenteil, je nachdem, was die Umstände und Umfragen gerade nahelegen. Politik braucht die großen Vorhaben, die Visionen und Ziele, die nicht realistisch sein mögen, aber eine Perspektive aufzeigen. Einzig mit Pragmatismus wäre die Europäische Union niemals gegründet worden und wäre Deutschland nicht die Aussöhnung mit seinen östlichen Nachbarn gelungen. Um über sich selbst hinauszuwachsen, muss man nach oben streben, in den Himmel, der über allen Menschen derselbe ist. Wenn etwas aus den Wahlen in Amerika für Europa zu lernen ist, dann dies: Nur die Au…

Über Bücher und den Verfall eines Kulturguts

Anlässlich eines Artikels auf ze.tt [http://bit.ly/1UiGgUX] hier ein Text über die Liebe zu Büchern und den derzeitigen Verfall eines Kulturguts.

Im oben erwähnten Artikel wird darauf eingegangen, dass Intellektuelle sich nicht mit schnellen Autos oder schönem Schmuck brüsten, sondern dass sie sich ihr Bücherregel mit unzähligen Wälzern und Werken der Weltliteratur schmücken, die sie im Zweifel niemals lasen. Dies sei ein Betrug an sich selbst und Selbstdarstellerei. Aber was ist schon dabei sich mit dem zu umgeben, dass man, sofern man sich denn wirklich mit Literatur und Büchern an sich beschäftigt, so abgöttisch liebt?

Ich kann an dieser Stelle nur für mich selbst sprechen, wenn ich sage, dass mich Bücher und das Lesen ebendieser beruhigen, mich erden und mir das Gefühl geben, etwas Ewiges in den Händen zu halten. Ewig? - Ja, sofern ein Werk es wert ist, hundert Jahre nach seinem Erscheinen noch gelesen zu werden, kann ich von Ewigkeit sprechen, weil mein Leben diese Zeitspanne n…

[Teil 1] Ein Leben für den Fußball

Fast jeder Mensch hat in seinem Leben eine Leidenschaft, für die er seine Zeit opfert. Egal, was für ein Hobby man hat, jeder opfert dafür Zeit, Geld und den ein oder anderen Nerv, aber das tun wir sehr gern, denn am Ende bereichern unsere Hobbys unsere Leben ungemein und ich könnte mir nicht vorstellen, auf meine Passion zu verzichten.
Es ist noch nicht allzu lange her, als mich einer meiner besten Freunde fragte, ob ich nicht Lust hätte, neben unserer Fußballerkarriere noch die Schiedsrichterei zu beginnen. Und ich dachte mir damals nur: „Naja, man kann es ja mal probieren und schauen, wie es so ist. Außerdem lässt sich damit sehr einfach das Taschengeld aufbessern.“ Und so kam es, dass wir beide überlegten, den Anwärterkurs gemeinsam zu besuchen, um unseren Schiedsrichterschein zu machen.
Doch so einfach war die Sache am Ende doch nicht, denn mein Kumpel entschied sich dagegen und wollte sich lieber auf das eigene Fußballspielen konzentrieren - eine nachvollziehbare Entscheidung. Für…

Über innere Leere

„Wunderlich war der unglücklichste Mensch, den er kannte.“ - so beginnt ein Roman von Marion Brasch, über den ich gerade im ZEITmagazin etwas las. Ein Aufhänger, der mir mal wieder als Inspiration für ein kleines Textchen dienen soll.  Unglücklich bin ich recht selten, also zumindest denke ich das. Natürlich gibt es diese Momente, in denen man sich fragt, was das hier alles soll bzw. für was die Mühe lohnen wird, aber grundlegend unglücklich sind wohl nur die Interpreten/Urheber solch tiefgründiger Sprüche wie „und vielleicht war es auch einfach nur mein Fehler, in dir etwas wichtiges zusehen“ oder „Na glücklich? - Geht auch wieder vorbei!“ (Eigentlich sollte ich mich jetzt für das Zitieren von Vierzehnjährigen entschuldigen, aber was wäre die Wunde ohne jemanden, der den Finger hineinlegt?)
Es geht mir heute um das Gefühl innerer Leere und dem Bedürfnis einer Sehnsucht oder einer Hoffnung nachzuhecheln, wie unerreichbar diese auch sein mögen: 
Es sollte weh tun, es sollte unglücklich …

Einige Gedanken zu Büchern und warum ich lese

Wie das so ist mit den Gedanken, kommen sie bei mir am häufigsten innerhalb eines Gespräches zustande, in welchem sich die beiden Gesprächspartner zumeist unbewusst einem Thema widmen, über das sie dann referieren. Meine Einfälle häufen sich dann, aber was den Diskurs ausmacht, ist, dass mein Gegenüber mich auf eine Idee bringt, die länger beschäftigt. Zuletzt geschah dies, nachdem wir uns über Bücher und Filme unterhielten und auf die Frage, was ich nun läse, antwortete ich „Grenzgang“ von Stephan Thome. (Wem dieses Buch kein Begriff ist, sollte sich nötigenfalls darüber informieren oder einfach mich fragen.)
In jedem Fall bekam ich als Antwort, dass das Buch zu real und traurig sei, woraufhin ich fragte, ob reale und traurige Bücher nicht seine Sache seien, was schlussendlich darin mündete, dass die These „Für mich sind Bücher und Filme eher ein Weg aus der Realität zu entkommen“ in den Raum gestellt wurde.

Und darüber, man kann es sich nicht vorstellen, zerbrach ich mir die darauffo…

CD-Vorstellung [2] - James Blake „James Blake“

Bild
Es ist nachts - 23:25. Das Bedürfnis nach etwas, das mich jetzt bewegt, ist groß. In meinem warmen Zimmer schweife ich umher, blicke ins Bücherregal, aber nichts vermag mich zu entzücken. Der nächste Halt ist das unsortierte CD-Schränkchen, welches sich direkt neben meinen DVDs, unter denen einige immer noch darauf warten, dass ich sie aus der Plastikfolie befreie, befindet.
Doch nun springt mir ein so schönes Bild eines Covers ins Auge und ich muss einfach zugreifen. James Blakes Debütalbum war eine der großen Entdeckungen 2011. Sowohl Kritiker als auch normale Hörer empfanden ihn als die große Hoffnung am Musikhimmel. Und ich kann ihnen nur beipflichten. Falls ihr euch jetzt wundert, warum es dann bei uns nicht in den Charts war, solltet ihr euch unsere kommerzielle Musiklandschaft anschauen. Eine Qual. Doch lassen wir dieses Thema. Ich rege mich bloß wieder auf. 

Das erste Lied beginnt mit seiner so typischen Gangart, dieser Rhythmus, dieses Gefühl ist von Anfang an so ergreifend. Ma…