Dienstag, 5. August 2014

Über innere Leere


„Wunderlich war der unglücklichste Mensch, den er kannte.“ - so beginnt ein Roman von Marion Brasch, über den ich gerade im ZEITmagazin etwas las. Ein Aufhänger, der mir mal wieder als Inspiration für ein kleines Textchen dienen soll. 
Unglücklich bin ich recht selten, also zumindest denke ich das. Natürlich gibt es diese Momente, in denen man sich fragt, was das hier alles soll bzw. für was die Mühe lohnen wird, aber grundlegend unglücklich sind wohl nur die Interpreten/Urheber solch tiefgründiger Sprüche wie „und vielleicht war es auch einfach nur mein Fehler, in dir etwas wichtiges zusehen“ oder „Na glücklich? - Geht auch wieder vorbei!“ (Eigentlich sollte ich mich jetzt für das Zitieren von Vierzehnjährigen entschuldigen, aber was wäre die Wunde ohne jemanden, der den Finger hineinlegt?)

Es geht mir heute um das Gefühl innerer Leere und dem Bedürfnis einer Sehnsucht oder einer Hoffnung nachzuhecheln, wie unerreichbar diese auch sein mögen: 
Es sollte weh tun, es sollte unglücklich machen und es sollte auch mit dem Infragestellen der eigenen Persönlichkeit zusammenhängen. Aber warum? 




Weil Leere noch unverdaulicher ist als unerfüllbare Sehnsucht. Das hört sich jetzt erstmal für alle unglücklich Verliebten und Hungernden sehr grausam und verständnislos an, ist aber aus meiner momentanen, egozentrischen Sicht absolut nachvollziehbar. Für mich ist es nämlich deutlich angenehmer jemandem hinterher zu jagen als ziellos durch das weite Land zu streifen und sich zu wundern, warum man gerade jenes oder folgendes getan habe. Diese Ziellosigkeit ist es, die die Menschen am Sinn ihres Lebens zweifeln lassen. 

Häufig wird mir von Freunden vorgejammert, wie sehr sie sich darüber ärgern, an die Verflossene denken zu müssen oder einer verlorenen Chance nachzutrauern und, das muss ich dazusagen, ich verstehe das. Natürlich ist es traurig und man sieht zwischenzeitlich mal wieder den Wald vor lauter Bäumen nicht, aber wie unglücklich muss erst derjenige sein, der den ganzen Tag nur darauf wartet, von etwas schwärmen zu können oder in einer etwaigen Erinnerung schwelgen zu dürfen? 

„Normal wünschen sich die Menschen, ihr Glück endlich zu finden - wie unglücklich muss erst derjenige sein, der gar nicht sucht?“




In diesem Sinne,  

viel Spaß und liebste Grüße  
amaXing