[Teil 1] Ein Leben für den Fußball

Fast jeder Mensch hat in seinem Leben eine Leidenschaft, für die er seine Zeit opfert. Egal, was für ein Hobby man hat, jeder opfert dafür Zeit, Geld und den ein oder anderen Nerv, aber das tun wir sehr gern, denn am Ende bereichern unsere Hobbys unsere Leben ungemein und ich könnte mir nicht vorstellen, auf meine Passion zu verzichten.

Es ist noch nicht allzu lange her, als mich einer meiner besten Freunde fragte, ob ich nicht Lust hätte, neben unserer Fußballerkarriere noch die Schiedsrichterei zu beginnen. Und ich dachte mir damals nur: „Naja, man kann es ja mal probieren und schauen, wie es so ist. Außerdem lässt sich damit sehr einfach das Taschengeld aufbessern.“ Und so kam es, dass wir beide überlegten, den Anwärterkurs gemeinsam zu besuchen, um unseren Schiedsrichterschein zu machen.

Doch so einfach war die Sache am Ende doch nicht, denn mein Kumpel entschied sich dagegen und wollte sich lieber auf das eigene Fußballspielen konzentrieren - eine nachvollziehbare Entscheidung. Für mich sah die ganze Geschichte jedoch ein bisschen anders aus: Seit der F-Jugend, mit zarten sieben Jahren, habe ich bei meinem Heimatverein die Jugendmannschaften durchlaufen. Und obwohl ich praktisch seit der C-Jugend zu einem Führungsspieler wurde, der eher durch seinen Kampfeswillen als durch seine technische Begabung hervorstach, war mir klar geworden, dass es nach der Zeit in der Jugend wohl nicht für mehr als die Bezirksliga reichen würde. Also warum nicht versuchen, einen zweiten Fuß in die Tür zu bekommen?

Der Anwärterlehrgang, den ich schlussendlich, ohne jemanden dort zu kennen, besuchte, war nicht die absolute Offenbarung, nichtsdestotrotz bestand ich meine Prüfung im ersten Versuch mit 52 von 60 möglichen Punkten. Keine Glanzleistung, aber es hat gereicht. Für mich war die ganze Geschichte noch immer so unfassbar abstrakt, dass ich mich zwar irgendwie auf meine ersten Spiele freute, aber doch noch immer wahnsinnig skeptisch war, ob das alles denn wirklich die schöne Zeit, die ich als aktiver Spieler hatte, ersetzen könnte.

Es kamen meine ersten Ansetzungen. In meinem Nachbardorf war eine Jugendmannschaft zu leiten. Wie aufgeregt ich war, ist nicht in Worte zu fassen. Doch nach den ersten Pfiffen war ich doch recht ordentlich in die Partie gekommen, es hilft ungemein selbst Fußball gespielt zu haben. So wusste ich grob, wo ich stehen und wie ich mich gegenüber den jungen Spielern verhalten musste. Da meine Erinnerung nur noch hergibt, dass ich mit meinen Spielen ziemlich zufrieden war, kann ich nicht sagen, ob ich wirklich gut war. In jedem Fall waren meine Eltern, wenn sie mich bei meinen anfänglichen Spielen noch begleiteten und das komplette Spiel verfolgten, zufrieden mit mir, im Nachhinein sagten sie mir dann auch noch, wie stolz sie auf mich seien, dass ich diese neue Aufgabe so meisterte.

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Ich werde diese Rubrik zeitnah fortführen, weil ich soeben festgestellt habe, wie viel Spaß es mir bereitet, meine Zeit als Fußballer/Schiedsrichter Revue passieren zu lassen. Nur bleibt mir heute Abend nicht mehr genug Zeit, um alles auf einmal aufschreiben zu können. Dafür muss ich morgen zu früh in die Uni und ich darf nicht einschlafen. Nicht schon wieder.

In diesem Sinne,
viel Spaß und liebste Grüße
amaXing

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